Wie fördert man Unternehmertum in Banken?

Patrik, Selmas CEO, durfte in einem Führungsseminar der Raiffeisenbanken über Leadership und Innovation diskutieren.

 
 
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Patrik Schär

gebürtiger Schweizer, Banker & Selmas Geschäftsführer

Selmas Gründer und CEO Patrik wurde eingeladen, um vor Führungskräften verschiedener Raiffeisenbanken seine Erfahrungen zu teilen. Von seiner Zeit als Banker bis hin zum heutigen Leben als Startup CEO bei Selma Finance wurden die Themen Unternehmergeist, Leadership und Innovation diskutiert! 

Die Antworten waren so spannend, dass wir sie auch mit dir teilen möchten.

Lerne unseren Geschäftsführer und auch unsere Arbeitsweise noch besser kennen! 

 
 

Du warst ja 10 Jahre als Banker „angestellt“. Was hast du in dieser Zeit über die Funktionsweise einer Bank gelernt?

Über 10 Jahre hinweg habe ich verschiedenste Abteilungen kennengelernt. Eingestiegen bin ich wirklich ganz nah am Kunden - mit der Banklehre. So habe ich über die Jahre hinweg sicher eine gute Mischung aus operativer Erfahrung und Wissen auf kultureller Ebene aufbauen können.

 

Hätten dich deine alten Chefs auch schon als Unternehmer beschrieben? Wie hätten Sie dich beschrieben?

Nein, wohl eher nicht. 😅Vielleicht hätten Sie gewisse Kompetenzen beschrieben, die auch bei einem Unternehmer wichtig sind. Zum Beispiel verschiedene Interessen für ein gemeinsames Projekt zu gewinnen. 

Ich denke komplettes unternehmerisches Denken ist als “Lohnempfänger” auch nicht unbedingt einfach. Wenn man von unternehmerischem Denken redet, will man das dann wirklich? Wenn ja muss man den Mitarbeitern auch die entsprechende Verantwortung und Kompetenzen übergeben. 

 


Hat Dir dein Job Spass gemacht? Warum?

Ich bin  jemand der nicht über längere Zeit monoton die gleichen Dinge machen kann. Grundsätzlich hat mir mein Job schon Spass gemacht, aber ich war immer auch auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

 

Wie war das Verhältnis zu deinen Chefs? Warst du ein „einfacher“ Mitarbeiter?

Ja, ich glaube schon. Ich war wohl einer, aber wäre vielleicht doch eher keiner mehr nach den letzten Jahren als Unternehmer. 😅

 

Versteht Ihr Euch als einen „Disruptor“ – bzw. greift ihre etablierten Banken mit Eurem Geschäftsmodell an? 

Mit Selma entwickeln wir ein Produkt, das transparenter, freundlicher und kostengünstiger ist, als die Angebote der Banken an ihre Kunden. Dies führt dazu, dass Kunden diesen Service in Zukunft auch aktiv von ihren Banken einfordern werden. Banken, die dieser Nachfrage nicht hinterherkommen, bezeichnen wohl auch diesen Wandel im Markt schon als “Disruption”. 
 

Produkte wie Selma führen dazu, dass Kunden diesen Service in Zukunft auch aktiv von ihren Banken einfordern werden.

Jedoch sehen wir es als unsere Aufgabe, dass durch den Druck von FinTechs wie uns, Banken selber auch fitter werden. Das hilft schlussendlich dem ganzen Finanzplatz, da es uns konkurrenzfähig hält. Gerade deshalb ist auch ein Austausch und das “voneinander Lernen” innerhalb der Finanzbranche sehr wichtig.
 

 
  Patrik mit dem Führungskräften von Schweizer Raiffeisenbanken

Patrik mit dem Führungskräften von Schweizer Raiffeisenbanken

 
 

Glaubst du, das können Banken auch selbst? Hast du dazu Beobachtungen? Was sind mögliche Probleme dabei?

Ein Produkt wie Selma innerhalb der bestehenden Struktur einer Bank umzusetzen ist sehr schwierig. Abhängigkeiten von bestehenden Systemen, unterschiedliche Interessen und Office Politics stellen solchen Projekten viele Stolpersteine in den Weg. 
 

Vielfach fehlt auch eine Fehlerkultur, wodurch es schwierig wird Risiken einzugehen und kreative Ideen umzusetzen.

Ausserdem: Je mehr Leute mitreden, desto länger werden die Entscheidungswege und umso länger dauert die Produktentwicklung.


Sagen wir mal, ihr seid hoch erfolgreich und die Raiffeisen kauft Euch. Was würdest du unserem Top Management sagen sind die Bedingungen, unter welchen du bereit wärst, den Erfolg weiterzuführen? 

Wir verkaufen natürlich nicht. 😉 

Aber zur Frage: Es wäre wichtig, dass man einerseits die Ressourcen der Bank nutzen kann, andererseits innerhalb der Organisation eigenständig bleibt. Mir wäre in der Situation wichtig, dass Startup-Kultur, Entwicklergeist und Innovation erhalten bleiben. 
 

Würdest du sagen, dass du als Mitarbeitende gerne Unternehmer hättest? 

Unbedingt! Bei Selma ist es wichtig, dass jeder Mitarbeitende selber Entscheidungen im Interesse der Unternehmung treffen und seine Projekte über die Ziellinie bringen kann. Und das ohne vorher immer “Einverständnis” einzuholen. Mir ist es wichtig Kollegen und Kolleginnen zu haben, denen ich vollständig vertrauen kann, dass Sie genauso im besten Interesse von Selma handeln wie ich das tue.
 

Bei Selma ist es wichtig, dass jeder Mitarbeitende selber Entscheidungen im Interesse der Unternehmung treffen kann.
 
  Selmas Team. Im letzten Monat wurden gerade erst 2 neue Mitarbeiter angestellt. 

Selmas Team. Im letzten Monat wurden gerade erst 2 neue Mitarbeiter angestellt. 

 

Wie förderst du dieses Verhalten?

Einerseits ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter alle den Sinn von Selma erkennen. Das “Warum gibt es uns eigentlich?” und “Warum ist es wichtig, dass es uns gibt?” 

Zudem sind all unsere Mitarbeiter auch mit Aktien am Unternehmen beteiligt, damit auch schwarz auf weiss festgehalten ist, dass sich jeder einbringen darf und soll! Zu guter Letzt ist es wichtig, dass Mitarbeiter auch die Kompetenz haben Entscheidungen zu treffen, die helfen ihre Ziele zu erreichen. Nur Verantwortung ohne Kompetenz funktioniert nicht. 
 

Nur Verantwortung ohne Kompetenz funktioniert nicht.

Als Abschlussfrage: Meine Erfahrung ist, dass man sich einerseits Dinge von einem Chef abschaut, die man auch so machen möchte – und auch Dinge, die man anders machen möchte. Was wolltest du in der Führung anders machen, als die Führungscrew bei deiner alten Unternehmung? Was wolltest du beibehalten? 

Manche meiner alten Chefs haben ihren Mitarbeitern Informationen vorenthalten und diese unterdrückt, damit sie Ihnen nicht gefährlich werden. 

Das sind aus meiner Optik keine guten Chefs (und schon gar keine guten Unternehmer)! Ein guter Chef fördert seine Mitarbeiter wo immer er kann, teilt Informationen offen und freut sich wenn diese in gewissen Bereichen cleverer und besser sind als er. 
 


 
 
 

Selma ist deine digitale Anlageassistentin. Durch nur wenige Fragen lernt Selma dein Finanzleben kennen und stellt innerhalb kurzer Zeit einen zu dir passenden Investmentplan zusammen. 

Für alle, die besseres zu tun haben, als ständig den Finanzmärkten zu folgen. Selma arbeitet 24/7 im Hintergrund und managt die Investments für dich.

 
Kevin Linser